26
Aug
2022

Heizen mit Wärmepumpen: Für wen lohnt es sich?

In Zeiten steigender Energiepreise denken viele intensiv über Alternativen nach. Vor allem Wärmepumpen gelten als smarter Ersatz für Gas- und Ölheizungen. Doch wie funktioniert die Technik und für wen lohnt sich die Anschaffung?

Wärmepumpen rücken nicht erst seit dem drohenden Gasmangel in den Fokus des allgemeinen Interesses. Sie sind auch aufgrund ihrer hohen Klimafreundlichkeit und der staatlichen Förderung sehr beliebt. Laut dem Bundesverband Wärmepumpe e.V. wird bereits heute jeder dritte Neubau mit einer Wärmepumpe ausgestattet.

Wie funktioniert eine Wärmepumpe?

Die Wärmepumpe arbeitet im Prinzip wie ein Kühlschrank – nur umgekehrt. Während der Kühlschrank dem Innenraum Wärme entzieht und nach draußen abgibt, entzieht die Wärmepumpe der Umwelt Wärme und leitet sie dorthin, wo sie gebraucht wird, so zum Beispiel ins Wohnzimmer. Die Heizenergie wird dabei aus natürlichen Wärmequellen wie Luft, Wasser oder Erde erzeugt.

Die Wärmepumpe wird mit Strom betrieben. Wird der Strom aus Wind-, Sonnen- oder Wasserkraft gewonnen, gilt der Betrieb der Wärmepumpe als CO2-neutral, das heißt es werden keine Klimagase freigesetzt.

Eignet sich eine Wärmepumpe im Altbau?

Wärmepumpen können in nahezu allen Gebäuden installiert werden, auch in Altbauten. Entscheidend ist dabei die Heizungsvorlauftemperatur. Der Heizungsvorlauf kennzeichnet den Weg vom Austritt des Wärmeerzeugers (zum Beispiel Wärmepumpe) bis hin zum Einstieg in das Heizungssystem (zum Beispiel Heizkörper).

In Neubauten reichen schon Vorlauftemperaturen von 35° C aus, um ein Haus auch im kalten Winter zu beheizen. Im Bestand findet man nicht selten Vorlauftemperaturen von bis zu 70° C vor. Deswegen muss bei Bestandsgebäuden jeder Fall einzeln betrachtet und eventuell in Dämmung und neue Heizkörper investiert werden. Ein hydraulischer Abgleich und ein geändertes Nutzerverhalten sind für den effizienten Einsatz einer Wärmepumpe aber mindestens genauso wichtig.

Wie teuer ist der Einbau einer Wärmepumpe?

Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit einem jährlichen Wärmebedarf von bis zu 20.000 kWh belaufen sich die Kosten schätzungsweise auf 25.000 bis 35.000 Euro. Darin inbegriffen sind die Demontage der alten Gasheizung und die Neumontage der Wärmepumpe inklusive Speicher. Sonderanlagen wie zum Beispiel neue Heizkörper werden gesondert berechnet. Bei Erdwärme fallen schätzungsweise zusätzlich 15.000 Euro für die Errichtung der Wärmequelle (Erdsonde, Energiekörbe, Flächenkollektoren etc.) an.

Sie sind sich unsicher, ob Ihr Haus wärmepumpengeeignet ist? Dann starten Sie den 50-Grad-Test:

„Machen Sie in diesem Winter den Test und probieren Sie, ob Sie mit einer maximalen Vorlauftemperatur von 50 Grad durch die kalten Monate kommen. Wenn ja, dann ist das Haus für den Einbau einer Wärmepumpe geeignet“, so Daniel Stanitzok, Experte auf dem Gebiet der Wärmepumpentechnik.

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