Entscheider Lounge No. 1 ein voller Erfolg
- Energiepaß kommt zum 01.01.2008 -
Die WIEDEMANN GmbH & Co. KG in Sarstedt, einer der führenden Fachlieferanten für die Industrie und Haustechnik in Norddeutschland, lud am 24.10.2006 zur ersten Entscheider Lounge ein. 25 Vorstände der niedersächsischen Wohnungswirtschaft trafen sich in der renommierten Havanna Lounge in Hannover zu einer interessanten Podiumsdiskussion, die aufgrund einer am Vortag in Berlin getroffenen Entscheidung besondere Aktualität und Brisanz erhielt – „Der Energiepaß kommt zum 01.01.2008“.
Mit der Entscheider Lounge hat WIEDEMANN eine neue Veranstaltungsform ins Leben gerufen, die Plattform und Forum für interessante und brisante Themen zugleich sein soll. Interessierte Teilnehmer erhalten die Möglichkeit sich mit fachkundigen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Interessenvertretungen auszutauschen. Zukünftig wird WIEDEMANN die Entscheider Lounge zweimal pro Jahr ausrichten.
Um die Novelle der Energieeinsparverordnung sowie die Einführung des viel diskutierten Energiepasses und den daraus entstehenden Konsequenzen ging es in der Entscheider Lounge No.1. WIEDEMANN konnte für die Auftaktveranstaltung den Geschäftsführer der Deutschen Energie-Agentur (dena) Stephan Kohler und als Vertreter der niedersächsischen Landesregierung, den Wirtschaftsminister Walter Hirche als Referenten gewinnen und damit den Gästen einen attraktiven Rahmen bieten. Neben Heinz Wensing, Vorstandsmitglied des Spar- und Bauvereins Hannover eG, und Uwe Ricke, Mitglied des Vorstandes Heimatwerk Hannover, folgte auch Klaus Jesse, Geschäftsführer der Firma Vaillant GmbH und BDH-Vizepräsident als Vertreter der Heizgeräteindustrie der Einladung. Die Moderation der Podiumsdiskussion übernahm an diesem Abend Eberhard Röhrig-van der Meer, Geschäftsführer des Umweltzentrums Hannover.
Walter Hirche startete mit seinem Impulsreferat den Abend und überraschte zugleich mit einer aktuellen dpa-Meldung, die er gerade über das Handy erhalten hatte. Die Koalition in Berlin hatte sich am Vorabend geeinigt, den viel diskutierten Energiepaß ab 2008 einzuführen. Mit der Einführung des Energiepasses folgt man der Umsetzung der gültigen EU-Richtlinie die nationale Energieeffizienz unter Berücksichtigung der Markttransparenz und Schaffung von Anreizen für Innovationen nachhaltig zu verbessern. Die niedersächsische Landesregierung unterstützt diese Initiative. „Die Themen Energieeinsparung und Energieeffizienz in sind bei uns hochaktuell“, so Hirche. „Ohne ausreichende Energie ist jedes Land verwundbar. Deshalb ist es unser Ziel, einen realistischen Energiemix aus Kernenergie, fossiler Energieträger und regenerativen Energien zu finden.“
Bislang war das Bewußtsein des Energieverbrauchs im Haus bzw. Haushalt noch nicht so stark ausgeprägt. Jeder kennt zwar den Verbrauch seines Auto, doch längst nicht seinen aktuellen Gas- bzw. Ölverbrauch im Jahr. Die Entwicklung der aktuellen Energiekosten lassen die Verbraucher zunehmend sensibler reagieren. Die Nebenkosten sind schon längst zur zweiten Miete geworden. Allein in den letzten 5 Jahren sind die energetischen Nebenkosten um mehr als 15% gestiegen. Der Energiepaß als Instrument, um mehr Transparenz für Käufer und Mieter zu schaffen und konkrete Maßnahmen zur Modernisierung zu geben, ist sicherlich ein erster richtiger Schritt.
Die dena, ein Unternehmen der Bundesregierung und KfW, gegründet vor dem Hintergrund, Strategien zur Energieeffizienz zu entwickeln und diese umsetzen, hat maßgeblich an der Einführung des Energiepasses in Deutschland mitgearbeitet. Geschäftsführer Stephan Kohler verfügte daher über weitere Informationen aus dem Koalitionsgespräch. „Geeinigt hat man sich dahingehend, daß ab dem 01.01.2008 der bedarfsorientierte Energiepaß für Gebäude mit Baujahr älter 1978 und unter 5 Wohneinheiten sowie für Gebäude, die am Co 2-Gebäudesanierungsprogramm teilnehmen, eingeführt werden soll. Für alle weiteren Gebäude besteht zwischen dem bedarfsorientierten und verbrauchsorientierten Energiepaß Wahlfreiheit ebenso für modernisierte Gebäude, die den Stand der 1. Wärmeschutzverordnung nachweisen können. Bei 18 Mio. Wohngebäuden in Deutschland, bedeutet dies, daß für 14 Mio. Wohngebäude bedarfsorientierte Energiepässe ausgestellt werden müssen.“
Laut Angaben der dena befinden sich derzeit 19.000 potentielle Aussteller und zertifizierte Energieberater in der bundesweiten Datenbank. Um die Wertigkeit und Glaubwürdigkeit des Energiepasses sicherzustellen, sind Mindestvoraussetzungen für die Aussteller auf Bundesebene festgeschrieben, die jedoch von den einzelnen Ländern noch eingeschränkt werden können,“ so Kohler.
Die Reaktionen der anwesenden Vertreter der Wohnungswirtschaft auf den Koalitionsbeschluß fielen recht unterschiedlich aus. „Der Koalitionsbeschluß ist ein vernünftiger Kompromiß, mit dem wir gut leben können,“ so Heinz Wensing, vom Spar- und Bauverein Hannover. „Ein fahler Beigeschmack bleibt allerdings,“ berichte Uwe Ricke vom Heimatwerk Hannover. „Die Kosten für die Ausstellung eines Energiepasses belaufen sich auf durchschnittlich 300,00 EUR pro Gebäude. Dieses Geld muß in den Wohnungsbaugesellschaften erbracht werden und steht uns somit für Modernisierungsmaßnahmen nicht zur Verfügung.“
„Wichtig ist für alle sicherlich, daß mit dem Entschluß der Koalition jetzt Klarheit geschaffen wurde, auf die wir uns einstellen können. Das ewige Hin und Her, ob nun verbrauchsorientiert oder bedarfsorientiert, ob Wahlfreiheit oder nicht hat damit ein Ende,“ so Klaus Jesse, Geschäftsführer von Vaillant.
Zum Abschluß bat Moderator Röhrig-van der Meer die Gäste der Podiumsdiskussion noch um einen Ausblick auf 2012. Die Einführung des Energiepasses und die Umsetzung der Energiesparverordnung in Deutschland sind wichtige Schritte, die vor allem direkt dem Verbraucher in finanzieller Hinsicht zugute kommen. Um das Klima- und Energieproblem in der Welt in den Griff zu bekommen, muß die Politik begreifen, das Problem global anzugehen. Dabei spielen Länder wie China und die USA mit ihren Einstellungen zum Umgang mit Energie und Energieeffizienz eine entscheidende Rolle.
Martin Wielitsch, Geschäftsführer bei WIEDEMANN, bedankte sich zum Ende der Veranstaltung bei den Referenten und Gästen für die angeregte Diskussion. Beim anschließenden Abendessen in der angenehmen Atmosphäre der hannoverschen Havanna Lounge kam die Gelegenheit zum weiteren Meinungsaustausch nicht zu kurz. „Die energiepolitischen Themen werden uns sicherlich noch lange beschäftigen, zugleich bieten sie ausreichend Gesprächsstoff für eine weitere Entscheider Lounge.“