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Pressemitteilung im November 2008

Entscheider Lounge No. 5
- Veranstaltungsreihe mit der niedersächsischen Wohnungswirtschaft.

Was ältere Mieter wünschen - innovative Wohnlösungen zwischen technischem Know-how und wirtschaftlicher Vermietbarkeit.

Am 04. November 2008 hatte der Sarstedter Fachgroßhändler WIEDEMANN zur fünften Entscheider Lounge eingeladen. Zahlreiche Vorstände und Geschäftsführer aus der Niedersächsischen Wohnungswirtschaft folgten der Einladung in die hannoversche Havanna Lounge. Erstmals mußte der Veranstalter mit Warteliste arbeiten, so groß war das Interesse am Thema des Abends „Was ältere Mieter sich wünschen".

Die Kultusministerin des Landes Niedersachsen Elisabeth Heister-Neumann eröffnete mit ihrem Impulsreferat die Veranstaltung. Kinderlosigkeit und die Veralterung stellen ein großes Problem in Niedersachsen dar. Im Jahre 2021 werde es erstmals mehr über 65-Jährige als unter 20-Jährige geben, so Heister-Neumann. Daraus resultieren auch Aufgaben für die Wohnungswirtschaft, nicht nur die Bevölkerung auch die Wohnungsbauunternehmen müssen sich anpassen und entsprechend ihr Angebot für eine ältere Klientel anpassen. Auch die Landesregierung wird den demografischen Wandel mitgestalten, so sind z.B. Anpassungen in der öffentlichen Infrastruktur sowie "Wohnraumberatung im Alter" wichtige Kernaufgabengebiete der Regierung. Die Landesregierung unterstützt schon heute einige Projekte für barrierefreies Bauen und Wohnen. Die Fördersummen vom Staat in Höhe von 34 Mio. EUR sind komplett ausgeschüttet worden. Die Ministerin sprach sich dafür aus, die Altergrenze in „Geisteswissenschaftlichen Berufen" abzuschaffen. Wenn ein Mensch länger arbeiten möchte, leistet er damit einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft, warum also Erfahrung und Fachwissen „verschenken“. Heister-Neumann schloß ihre Ausführungen mit dem Statement, daß zum demografischen Wandel auch das "lebenslange Lernen" gehöre. „Wir als Gesellschaft müssen uns auf die neue Generationssituation einstellen und aktiv mitarbeiten“, so die Kultusministerin.

Mit dem zweiten Impulsreferat konnte Karin Kellner aus Hannover das Podium begeistern. Die renommierte Architektin und Stadtplanerin, die bereits jahrelange Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Wohnungsbaugesellschaften aufweisen kann, stellte gleich zu Beginn die wichtigste Frage aller älteren Mieter: „Kann ich im Alter dort wohnen bleiben, wo ich jetzt wohne ?".

Kellner hob in ihrem Referat neben den realisierten Referenzen der hiesigen Wohnungsbaugesellschaften, besonders den Themenkomplex „Universal Design" hervor. Universal Design beschreibt generell die Formgebung von Alltagsgegenständen und der Umweltgestaltung, die für jedermann nutzbar ist. Speziell im Sanitärbereich sind das Produkte, die eine unabhängige, selbst bestimmte Lebensführung bis ins hohe Alter ermöglichen und gleichzeitig den Ansprüchen an modernes Design gerecht werden. „Dieser Trend, der vor Jahren aus den USA zu uns kam, ist das Schlüsselwort, um die Vermietbarkeit von Wohnungen sicherzustellen“, so Kellner. „Man dürfe sich nichts vormachen, aber gerade Wohnungen im Bestand komplett nach DIN zu modernisieren, sei meistens aufgrund der baulichen Beschaffenheit unmöglich. „Vielmehr muß versucht werden, daß Bad bzw. die komplette Wohnung ohne Barrieren zu gestalten. Gleichzeitig muß darauf geachtet werden, daß andere Mieter wie z.B. junge Menschen andere Ansprüche haben, deswegen ist „Universal-Design" so wichtig.

„Ein weiterer Trend ist die Zurückeroberung der Städte“, so die Stadtplanerin bei ihren weiteren Ausführungen. Urbanes Leben mit möglichst viel Eigenständigkeit wird zukünftig die Hauptrolle auch für die Wohnungsbaugesellschaften spielen. Auch die Kombination mit dem Mehrgenerationenhaus wird künftig mehr im Focus stehen. Es ist wichtig, daß ein gesunder Mix aller Generationen vereint wird. Dies wird die große Herausforderung für unsere gemeinsame Zukunft sein.

Nach den spannenden Impulsreferaten eröffnete der Moderator des Abends Dr. Uwe Graells Thöne, Geschäftsführer und Chefredakteur der Schaumburger Nachrichten, die Diskussionsrunde. Als Gäste auf dem Podium konnte Martin Wielitsch, geschäftsführender Gesellschafter von WIEDEMANN, folgende Personen begrüßen: Dipl.-Ing. Andreas Wahl, Geschäftsführer der Hamelner Wohnungsbau-Gesellschaft MBH, Hartmut Dalheimer, Geschäftsführer des Herstellers Keuco GmbH & Co.KG sowie Dr. Renate Narten zuständig für das Büro für sozialräumliche Forschung und Beratung in Hannover.

In der spannenden und emotionsgeladenen Diskussionsrunde berichtet u.a. Andreas Wahl, stellvertretend für die Wohnungswirtschaft, daß bereits seit Jahren Investitionen für ältere Mieter getätigt werden und dies sicherlich auch in Zukunft noch erforderlich sein wird. Allerdings spiele die Wohngeldtabelle eine wichtige Rolle. Keuco-Geschäftsführer

Dahlheimer sprach neben dem Thema "Universal Design" auch die barrierefreie Badgestaltung an. Die Mieter müssen sich zuhause fühlen. Erfahrungen aus der Praxis steuerte Dr. Renate Narten bei. Bereits einfache Maßnahmen wie z.B. das Verbreitern von Türrahmen oder das Anbringen der Fenster- und Türgriffe in niedriger Höhe können für ältere Mieter schon eine wesentliche Hilfe im Alltag sein.

Das Thema „Servicewohnen“ wird bereits von der Hamelner Wohnungsbau-Gesellschaft sowie von anderen Wohnungsbaugesellschaften realisiert, berichtete Andreas Wahl. D.h., Serviceleistungen wie z.B. Hilfen im Haushalt oder bei Behördengängen werden von der Wohnungsbaugesellschaft mit organisiert. Die Wohnungsbaugesellschaften leisten insgesamt einen wichtigen Beitrag für die Stadtentwicklung.

Zusammenfassend betrachtet, wird bereits einiges von der Wohnungswirtschaft zwecks Verbesserung der Vermietbarkeit an ältere Mieter getan. Allerdings besteht auch zukünftig ein hoher Bedarf an Modernisierungen bzw. Veränderungen, damit auch die jetzigen Mieter im Alter - getreu dem Motto „Einen alten Baum verpflanzt man nicht", in ihren Wohnungen bleiben können.

Die angeregte Diskussion nahm auch beim anschließenden Abendessen kein Ende. So lag das große Interesse der Veranstaltung eindeutig an der Themenauswahl. Man darf bereits heute gespannt sein, was WIEDEMANN sich für die Entscheider Lounge No. 6 im nächsten Jahr überlegen wird.

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Ansprechpartner:
WIEDEMANN GmbH & Co.KG
Anke Wielitsch
Tel. 0 50 66/997-153 – Fax 0 50 66/997-107
E-Mail: anke.wielitsch@wiedemann.de

 

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