Entscheider Lounge No. 3 - Komfort für die Wohnungswirtschaft
Zum dritten Mal hatte die WIEDEMANN GmbH & Co.KG in Sarstedt zu ihrer erfolgreichen Veranstaltungsserie in die Havanna Lounge Hannover am 16. Oktober 2007 die niedersächsische Wohnungswirtschaft eingeladen. Zahlreiche Vorstände und Geschäftsführer der Niedersächsischen Wohnungswirtschaft folgten der Einladung zu einer interessanten Podiumsdiskussion zum Thema „Bautenschutz - Gesundheit - Wertsteigerung“.
Innenminister des Landes Niedersachsen Uwe Schünemann eröffnete mit seinem Impulsreferat die Veranstaltung und stellte die Frage, inwieweit sich die Wohnungswirtschaft ihrer energetischen Verantwortung stellt. Wie kann der Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgase durch die Wohnungswirtschaft positiv begleitet werden? Wie können auch kleinere Wohnungsunternehmen dazu beitragen? In Bezug auf die Verantwortung für die zukünftigen Generationen entnahm Minister Schünemann Parallelen zur energetischen Verantwortung der Bundesrepublik Deutschland, bis hin zur energetischen Modernisierung der Bestände der Wohnungswirtschaft. Die Steigerung der Gesamtenergieeffizienz der Gebäude durch die Reduktion der CO 2 -Emission muß weiter fortgeführt werden. Die Wohnungswirtschaft benötigt langfristig publizierte Modernisierungsstrategien, um die Wahrung der Kundeninteressen unter ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten zu erreichen. Weiterführen des Bürokratieabbaus, einfache Förderprogramme und flächendeckende Energieausweise werden bei zum Einsatz kontrollierter Wohnraumlüftungsanlagen in der Wohnungswirtschaft beitragen.
Den technischen Stand- und die Machbarkeit von Komfortlüftungsanlagen für die Wohnungswirtschaft stellte Karlheinz Reitze - Geschäftsführer der Firma Stiebel Eltron - vor. Mittlerweile verfügt die herstellende Geräteindustrie über individuell auf die Wohnungsunternehmen zugeschnittene Systemlösungen, so z.B. Lüftungsgeräte die in Küchenoberschränken oder aber Zwischendecken eingebaut werden können. Ebenfalls kombinierte Abluftgeräte mit Wärmepumpe zur Brauchwasserbereitung sind für Wohnungsunternehmen eine willkommene Nischenlösung. Trotzdem werden bei der energetischen Sanierung der Bestände, von der Optimierung der Anlagentechnik bis zur Dämmung der Gebäudehülle, in vielen Wohnungsbauunternehmen regenerative Alternativen eingesetzt. So ist der Einsatz von Holzhackschnitzel- oder Pelletheizungen, PV-Anlagen, solarthermischen Anlagen sowie BHKWs (Kraftwärmekopplung) an der Tagesordnung. Im Vergleich hierzu werden KWL-Anlagen nur in geringem Maße eingesetzt, weil lt. Aussagen der Befragung des Mieterbundes die kontrollierte Wohnraumlüftung eine Steigerung des Komforts, nicht aber zum Bautenschutz, d.h. zur Feuchtigkeitsabführung nach Sanierungsmaßnahmen (Fenstertausch) eingesetzt wird.
Im Bauschadensbericht stehen Feuchteschäden nach Fenstertausch bzw. nach Sanierungsmaßnahmen an erster Stelle. Rund 22 % aller Bauschäden resultieren aus nicht ausreichender Feuchtigkeitsabführung in Mietwohnungen. Abschließend muß festgehalten werden, daß durch den effektiven Einsatz von Komfortlüftungsanlagen das CO 2-Ziel der Bundesregierung bis zum Jahr 2020 weit übertroffen werden kann. Mit einer effizienten Lüftungstechnik im Bereich Wohnungsbau können 6,4 Mio. t CO 2 eingespart werden.
Die Erfahrungen der Praxis und der Ausführungsplanung wurden vertreten von Klaus Funke, zuständig bei der Kreissiedlungsgesellschaft in Laatzen für den Bereich der Modernisierung und Instandhaltung sowie von Jens Grundt, Planungsbüro GMW Hannover. Die Anforderungen der Wohnungswirtschaft können durch das zur Verfügung gestellte Budget nur teilweise realisiert werden, d.h. die von der Wohnungswirtschaft zur Verfügung gestellten Etats für Sanierungen sind häufig nicht ausreichend, da in der Planungsphase für kontrollierte Wohnraumlüftungsanlagen 50,00 - 60,00 EUR pro m² kalkuliert werden müssen. Deshalb kommt es in der Praxis vor, daß trotz ursprünglicher Planung die Lüftungsanlage nicht eingesetzt wird, besonders dann, wenn eine qualitativ hochwertige kältebrückenfreie Außenisolierung eingesetzt wurde.
Die gewünschte Diskussion der physikalischen Grundlagen von Luftfeuchtigkeit und mittel- bis langfristig auftretenden Bauschäden war entfacht und wurde gestützt von den Aussagen anwesender Wohnungsunternehmen, die bestes Mieterverhalten und Zufriedenheit bei dem Einsatz von kontrollierten Wohnraumlüftungen attestierten, sofern die Mieter entsprechend über den Einsatz der Lüftungstechnik aufgeklärt wurden.
Abgerundet wurde die Diskussion durch Beiträge von Günther Mertz, Geschäftsführer des Fachinstituts Gebäude Klima, der an den Verordnungen und Gesetzen zur Durchführung und Einsatz von Lüftungsanlagen im engen Kontakt mit der Bundesregierung steht und das positive Signal aus Berlin mitbrachte, daß der Einsatz von kontrollierten Wohnraumlüftungsanlagen ebenfalls als Einsatz einer regenerativen Energie bewertet wird. Somit bekommt die Lüftungstechnik für den Einsatz in den zukünftigen Gebäuden einen deutlich höheren Stellenwert als in der Vergangenheit.
Jedoch ist die Wohnungswirtschaft auf einem guten Weg, haben doch viele Gesellschaften in den letzten Jahren bereits einige 100 KWL-Anlagen zur absoluten Zufriedenheit ihrer Mieter bei Modernisierungsvorhaben installiert.